Matthias Claudius: Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land … (Erntedank)

Vielleicht ist es auch dieses Lied von Matthias Claudius, das mein Favorit ist …

Am Anfang war’s auf Erden noch finster, wüst und leer;
und sollt was sein und werden, mußt es woanders her.
So ist es zugegangen im Anfang, als Gott sprach;
und wie es angefangen, so geht’s noch diesen Tag.

Refrain:
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm dankt, drum dankt ihm dankt
und hofft auf ihn.

Wir pflügen, und wir streuen den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand:
der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf
Refrain

Er sendet Tau und Regen und Sonn und Mondenschein
und wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein
und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot
es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.
Refrain

Was nah ist und was ferne, von Gott kommt alles her,
der Strohhalm und die Sterne, das Sandkorn und das Meer.
Von ihm sind Büsch und Blätter und Korn und Obst von ihm
das schöne Frühlingswetter und Schnee und Ungestüm.
Refrain

Er läßt die Sonn aufgehen, er stellt des Mondes Lauf;
er läßt die Winde wehen und tut die Wolken auf.
Er schenkt uns soviel Freude, er macht uns frisch und rot;
er gibt den Kühen Weide und seinen Kindern Brot.
Refrain

Matthias Claudius

Quelle: wikipedia

Matthias Claudius: Der Mond ist aufgegangen (Abendlied)

Einer meiner Favoriten der deutschen Dichtung:

1. Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar;
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

2. Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.

3. Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.

4. Wir stolze Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder
Und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Luftgespinste
Und suchen viele Künste
Und kommen weiter von dem Ziel.

5. Gott, laß uns dein Heil schauen,
Auf nichts Vergänglichs trauen,
Nicht Eitelkeit uns freun!
Laß uns einfältig werden
Und vor dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich sein!

6. Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod!
Und, wenn du uns genommen,
Laß uns in Himmel kommen,
Du unser Herr und unser Gott!

7. So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder;
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott! mit Strafen,
Und laß uns ruhig schlafen!
Und unsern kranken Nachbar auch!

Matthias Claudius (* 15. August 1740 in Reinfeld (Holstein); † 21. Januar 1815 in Hamburg)

Quelle: wikipedia

aktueller Termin in München: 11. Januar 2015, “Betet für die Verfolgten”

  • http://ea-muenchen.de/fileadmin/user_upload/EA-Eroeffnungsgottesdienst-2014-01-11-WEB-Version.pdf
11. Januar 2015 um 18:00 Uhr
St. Matthäuskirche
Am Sendlinger Tor, München

Debatte zum Thema »Existiert Gott?«, im Münchner Raum (10.2015)

Vormerken! im Münchner Raum

Im Oktober 2015 veranstaltet der cvmd eine Debatte zum Thema »Existiert
Gott?« zwischen William Lane Craig (Religionsphilosoph und Theologe) und
Ansgar Beckermann (Philosoph).

Details zu der Veranstaltungen folgt demnächst.

Quelle: http://cvmd.eu/?cat=3

Buchbesprechung: Martin Luther, Gesammelte Werke (Zeno, CD)

  • https://www.brink4u.com/test-2/martin-luther-gesammelte-werke/

Buchbesprechung: Ravi Zacharaias, Jesus – der einzig wahre Gott?

  • https://www.brink4u.com/test-2/ravi-zacharias-jesus-der-einzig-wahre-gott-christlicher-glaube-und-andere-religionen/

Buchbesprechung: David Gooding, Christentum definitiv!

  • https://www.brink4u.com/test-2/david-gooding-john-lennox-christentum-definitiv-der-unterschied-zwischen-christlicher-botschaft-und-christenheit/

Buchbesprechung: Erwin Lutzer, 10 Lügen über Gott

  • https://www.brink4u.com/test-2/erwin-lutzer-10-lugen-uber-gott/

Buchbesprechung: Alexander Strauch, “Die Revolution der Geschlechter – Mann und Frau in der Bibel”

  • https://www.brink4u.com/test-2/alexander-strauch-die-revolution-der-geschlechter-mann-und-frau-in-der-bibel/

19.12.1944 – ein Gedicht aus der Zelle des Nazi-Regimes wird zum Jahreswechsel-Klassiker …

Vor 70 Jahren im Grauen des Nazi-Regimes, als Anhang zu einem Liebesbrief gedichtet, avanciert dieser Text zum Klassiker der “Frommen” an Jahreswechseln und runden Geburtstagen …

Dietrich Bonhoeffer (* 1906 in Breslau, † 09.04.1945 im KZ Flossenbürg) schrieb am 19.12.1944 an seine Maria von Wedemeyer (* 1924, † 1977) – nachdem er zwei Absätze zuvor ganz praktische Dinge über Unterhosen und Hosenträger nachfragt:

“Es sind nun fast 2 Jahre, dass wir aufeinander warten, liebste Maria. Werde nicht mutlos! Ich bin froh, daß Du bei den Eltern bist. Grüße deine Mutter und das ganze Haus sehr nett von mir. Hier noch ein paar Verse, die mir in den letzten Abenden einfielen. Sie sind der Weihnachtsgruß für Dich und die Eltern und Geschwister.

Von guten Mächten treu und still umgeben,
Behütet und getröstet wunderbar,
So will ich diese Tage mit euch leben
Und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
Noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach, Herr, gib unsern aufgescheuchten Seelen
Das Heil, für das du uns bereitet hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
Des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
So nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
Aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
An dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
Dann wolln wir des Vergangenen gedenken
Und dann gehört dir unser Leben ganz.

Lass warm und still die Kerzen heute flammen,
Die du in unsre Dunkelheit gebracht.
Führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
So lass uns hören jenen vollen Klang
Der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
All deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
Erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
Und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

19.12.1944 – ein Gedicht aus der Zelle des Nazi-Regimes wird zum Jahreswechsel-Klassiker … weiterlesen