Berthold Schwarz zum Tod von Günter Grass

Zum Tod von Günter Grass: Für mich war er nicht die “deutsche Stimme” der Weltliteratur, wie die Zeitungsberichte nun vollmundig ihm in wohlwollenden Nachrufen zuschreiben. Er hat sehr viel Unsinn geschrieben und gesagt, auch im Beurteilen von Situationen in seiner Literatur vertrat er m.E. eine Menge dummes Zeug. Politisch entsprach sein Urteil auch ganz oft ganz und gar nicht dem meinen. Doch seine Hartnäckigkeit im Blick auf den Art. 146 im deutschen Grundgesetz, nun, die hat auch mich bis heute nachdenklich gemacht. Da heißt es in Art. 146 GG von 1949:

“Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.”

Wieso haben wir in Deutschland eigentlich nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 nicht diese Intention der Grundgesetzverfasser umgesetzt und eine gesamtdeutsche Verfassung erarbeitet? Entwürfe gab es seiner Zeit einige, die zu 80 % dem Textbestand des GG gefolgt wären, die aber aktualisierte Elemente aus der Erfahrung der Wiedervereinigung inkludiert hätten.

Danach dürfte die Bundesrepublik Deutschland, juristisch genau genommen, überhaupt keine Verfassungsorgane haben, denn unser Grundgesetz ist nach dem eindeutigen Wortlaut des Art. 146 keine Verfassung, sondern nur ein Provisorium, das von einer vom Volk gemeinsam verabschiedeten Verfassung ersetzt werden soll. Das Grundgesetz ist somit völlig unstreitig lediglich ein vorläufiges ordnungsrechtliches Instrumentarium der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges. Mit der Wiedervereinigung wäre eine gesamtdeutsche Verfassung zu verabschieden gewesen.

Immer wieder wurden seit 1990 in politischen Debatten über den Art. 146 GG gestritten und Rechtsurteile gefällt. Eine Umsetzung des Artikels sei wohl möglich, aber letztlich nicht nötig, lautete jedes Mal das juristische Urteil. Naja, mit Günter Grass ausnahmsweise in diesem Punkt übereinstimmend, so plausibel ist diese Ignoranz der politischen Entscheidungsorgane in unserer Demokratie dem Art. 146 gegenüber nun doch nicht ….

Berthold Schwarz in FB

Günter Grass hat bis kurz vor seinem Tod an seinem letzten Buch gearbeitet. Der Steidl Verlag bringt es bald heraus. Der Titel lautet: „Von Endlichkeit“.
www.faz.net|Von Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH

Aus dem Theoblog von Ron Kubsch: „Vor seiner Hinrichtung hielt er noch eine Predigt“

Verehrt, gefeiert und missverstanden: Dietrich Bonhoeffer musste schon als Pate etlicher Kirchenströmungen herhalten. Eins aber ist unumstritten, meint sein Düsseldorfer Biograf Schlingensiepen: Er lebte OsternAm 9. April jährt jährt sich der Todestag von Dietrich Bonhoeffer zum 70. Mal. Ein Gespräch mit seinem Biografen Ferdinand Schlingensiepen über Todesmut im Konzentrationslager, die Auferstehung und die Gerüchte über Bonhoeffers angebliche Homosexualität.

Gelassen und erstaunlich vertrauensvoll. Kurz nach dem 20. Juli schrieb er ein Gedicht, in dem er den Tod das “höchste Fest auf dem Wege zur ewigen Freiheit” nennt. Bonhoeffer vertraute auf Gott und glaubte an die Auferstehung. Noch am Tag vor seiner Hinrichtung hielt er auf Bitten seiner Mitgefangenen eine Predigt. Kaum war die beendet, kamen zwei SS-Leute und riefen “Gefangener Bonhoeffer, fertig machen, mitkommen”.

  • http://theoblog.de/vor-seiner-hinrichtung-hielt-er-noch-eine-predigt/25075/
  • http://www.welt.de/regionales/nrw/article139064248/Vor-seiner-Hinrichtung-hielt-er-noch-eine-Predigt.html
  • http://www.idea.de/thema-des-tages/artikel/bonhoeffer-ein-vorbild-das-in-kein-schema-passt-83219.html

Buschkowsky: ‘Kopftuchurteil ist eine Katastrophe!’

Buschkowsky ist sicher einer der keine Ahnung hat …

Ein pauschales Kopftuchverbot für muslimische Lehrerinnen widerspricht unserer Verfassung. Das ist am Freitag höchstrichterlich in Karlsruhe festgelegt worden. Vertreter von SPD und Grünen, die Kultusministerkonferenz, die katholischen Bischöfe und Vertreter der Muslime begrüßten die Entscheidung. Harsche Kritik äußert dagegen Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky. Er sieht durch das Urteil die Grundwerte unserer Gesellschaft beschädigt.

Weiterlesen:

  • http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/int/201503/13/217770.html

Gewalt im Namen Gottes – Die Intoleranz der Religionen

München, 20.03.2015, 19.30 Uhr

Kaum ein Tag vergeht ohne Gewalttaten, die im Namen Gottes verübt werden. Religionen und deren Intoleranz bedrohen den Frieden in der Welt und die Sicherheit zuhause. Im Vortrag sollen dazu folgende Fragen erörtert werden: Wie hängt der exklusive Wahrheitsanspruch einer Religion mit deren Gewaltpotential zusammen? Welche Chancen bieten sich heute, um das religiöse Gewaltpotential zu entschärfen? Inwieweit ist das Christentum ein Teil des Problems, inwieweit kann es Lösungen aufzeigen?

    • Ein Vortrag von Dr. Christian Hofreiter, Research Fellow am Oxford Centre for Christian Apologetics (OCCA), Oxford
    • Ort: Freie ev. Gemeinde München-Mitte Mozartstraße 12, 80336 München (Nähe Goetheplatz)
    • pdf: Poster / Flyer Hofreiter_Vortrag_Poster / Christian Hofreiter

Veranstalter:

      http://cvmd.eu/

 

Aus dem Theoblog von Ron Kubsch: USA berufen Diplomaten für LGBT-Rechte

US-Präsident Barack Obama und sein Außenminister John Kerry haben mit  Randy Berry einen diplomatischen Sondergesandten für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transsexuellen (LGBT’s) in aller Welt berufen. Außenminister Kerry erklärte:

„Die Verteidigung und Förderung der Menschenrechte von LGBT-Personen gehört zum Kern unserer Verpflichtung, Menschenrechte weltweit voranzutreiben, sie gehört zum Herzen und Gewissen unserer Diplomatie.“

  • http://theoblog.de/usa-beruft-diplomaten-fuer-lgbt-rechte/24785/

Eine ganz normale Woche …? – Denk’ ich an Deutschland in der Nacht … # 003

26.02.2015: Hamburg und „radikale Christen“:

NDR brüskiert christliche Führungskräfte als „radikale Christen“.

Der große Saal im Hamburger Congress Centrum (CCH) ist fast komplett gefüllt. Weit mehr als 1.000 Zuhörer sitzen in den Reihen, die meisten von ihnen im schicken Business-Outfit. Gerade hat einer der Organisatoren das Eröffnungsgebet gesprochen. Jetzt betritt Olaf Scholz (SPD) die Bühne. “Herzlich Willkommen in Hamburg”, sagt der Bürgermeister, “ich finde die Stadt der ehrbaren Kaufleute an der Wasserkante ist genau der richtige Ort für den diesjährigen Kongress christlicher Führungskräfte.”

  • http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Scholz-unterstuetzt-Kongress-radikaler-Christen,fuehrungskraeftekongress100.html
  • https://www.facebook.com/wertekongress

Was den NDR nervt, ist die Tatsache, dass Bürgermeister Olaf Scholz nicht nur ein Grußwort sagt, sondern sogar Schirmherr der Veranstaltung ist. Und das bei „radikalen Christen“!

Man darf gespannt sein, ob die Nordlichter auch mitbekommen, dass die Münchener Parteifreunde von Scholz gerade eben vorgeschlagen haben zum jährlichen Fastenbrechen der Muslime einen Empfang im Münchner Rathaus zu veranstalten …?

28.02.2015: Bremen und „radikale Muslime“

Bremen im Ausnahmezustand: schwer bewaffneten Beamten schützen herausgehobene Orte wie die Jüdische Gemeinde, das Rathaus oder den Marktplatz.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat zu Rrecht gefordert, dass “die Politiker” aufhören sollen, “von einer abstrakten Terrorgefahr in Deutschland zu reden”. “Deutschland ist zweifelsohne im Visier der Terroristen”, erklärte Malchow. “Die Terrorwarnungen werden immer häufiger und konkreter.”

  • http://www.tagesschau.de/inland/bremen-111.html

Natürlich besteht kein förmlicher Zusammenhang zu der unseligen Diskussion um Olaf Latzl: aber es ist schon interessant, dass eine Stadt in der sich die Repräsentanten der Evgl. Kirche keine 10 Tage vorher öffentlich gegen eine evangelische Predigt gestellt haben, die den Absolutheitsanspruch Christi betonte, nunmehr solche Erfahrungen machen müssen.

  • Sicher wird der NDR auch darüber mit ebenso klaren Worten berichten!?

02.03.2015: Gendergaga erscheint und katapultiert umgehend in die Top 100 bei Amazon

Birgit Kelle, die katholische Publizistin, hat wieder zugeschlagen und ein neues Buch platziert. Am Tag nach der Sendung bei “hart aber fair” lag Kelles Buch auf Platz 88 und nach 5 Tagen immer noch auf Platz 96, während das Werk ihrer feministischen Konkurrentin Wizoreks um Platz 163.00 liegt …

Heute schon über Ihr Geschlecht nachgedacht? Gender Mainstreaming – die Vielfalt der Geschlechter – ist überall und in aller Munde. 20 Jahre lang hat sich diese absurde Ideologie unbeobachtet durch alle Hierarchieebenen gearbeitet – und jetzt haben wir den Salat. Gleichstellungsbeauftragte, Kirchen, Unternehmen, Ämter – alle haben sich des Themas angenommen. Wir gendern jetzt Spielplätze, Ampeln, Toiletten, Studiengänge, die deutsche Sprache und sogar die Bibel. So langsam schwant immer mehr Bürgern, dass dies alles von zweifelhaftem Sinn und Nutzen ist, dafür aber zielsicher Steuergelder vernichtet. Aber es gibt auch positive Aspekte: Selten hatte eine Ideologie mit Weltverbesserungsanspruch einen derart großen Unterhaltungsfaktor. Und deswegen hat Gender Mainstreaming es verdient, als das betrachtet zu werden, was es ist: eine große Satireshow. Bühne frei!

  • http://www.gendergaga.de/#home
  • http://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/detailansicht/aktuell/birgit-kelle-der-gender-kaiser-ist-nackt-91193/
  • http://www1.wdr.de/daserste/hartaberfair/sendungen/niedermitdenampelmaennchen100.html
  • http://www.theeuropean.de/alexander-wallasch/9736-kritik-zu-hart-aber-fair-vom-02032015

Und ein paar Tage später beschließt der Bundestag dankenswerter Weise die „Frauenquote“. In den Aufsichtsräten von etwas mehr als 100 börsennotierten Unternehmen müssen künftig 30 Prozent Frauen sitzen:

  • https://www.tagesschau.de/inland/frauenquote-bundestag-103.html

Damit können wir, so freut sich unsere Familienministerin Schwesig, zwei Tage später den „Internationalen frauentag” mit erhobenem Haupt feiern. – na denn, Prosit!

Birgit Kelle: „GenderGaga. Wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will.“ adeo, 180 Seiten, 17,99 Euro, ISBN: 9783863340452

06.03.2015: Griechenland scheint schwer angeschlagen …

Kaum ist die Einigung mit den Euroländern doch noch zustande gekommen (und im Deutschen Bundestag erstmals mit der Zustimmung der Partei „Die Linken“ übe den Tisch gegangen), spricht der griechische Ministerpräsident erneut von einem Schuldenschnitt und macht damit den deutschen Finanzminister „fassungslos“ … – keine Woche später dann erneut die Rede vom Bankrott und dem Beleihen der Rentenkassen, um überhaupt noch Gehälter zahlen zu können.

Die versprochenen Reformen wirken natürlich nicht schnell genug, bzw. entsprechen noch nicht den Forderungen der „Institution“ (ehem. „Troika“); währenddessen sinken die Steuereinnahmen und die Zeit bis zur Zahlung der nächsten Tranche im April wird zu lang, um sich über Wasser zu halten.

In Griechenland mehren sich die Anzeichen für eine deutliche Verschlechterung der Kassenlage. Ministerpräsident Alexis Tsipras trifft einen Oppositionsführer.

  • http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/griechenland-schwer-angeschlagen-13468432.html

Tipp der Woche: Griechenland soll seine staatlichen Betriebe verkaufen. Jemand anders spricht von den großen Goldreserven des Landes … – hatte ich doch schon mal in irgendwelchen Krimis gelesen. Ach ja, und bei der Buchbesprechung des „Propheten“ Dirk Müller:

  • https://www.brink4u.com/2015/02/12/ein-aus-gegebenem-anlass-notwendiger-buchhinweis/

Eurovision Song Contest und die Welt der Kulturschaffenden: der Rücktritt von Andreas Kümmert

Nichts gegen den zweitplatzierten deutschen Beitrag … – die Dame passt tatsächlich besser nach Wien, wie es A. Kümmert in etwa ausgedrückt hatte.

Warum der nach meiner Meinung wesentlich ausdrucksstärkere A. Kümmert zurücktritt, hängt damit zusammen, dass er genau das nicht mehr sein kann, weswegen er gewählt wurde … – manchmal verändert die Form eben doch auch den Inhalt.

  • Form follows function sagten die Architekten seinerzeit
  • Ein interessantes Phänomen, auch für das Evangelium: nicht alles geht mit jeder Botschaft!

Hier zum weiterlesen:

  • http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/andreas-kuemmerts-ruecktritt-beim-esc-vorentscheid-13467575.html
  • dort auch Bildnachweis: Ein großer kleiner Sänger: Andreas Kümmert beim Vorentscheid „Unser Song für Österreich“
  • https://www.youtube.com/watch?v=cr4pRZoN-Lc

Auf der Bühne, in seiner kleinlauten Erklärung, warum er den Sieg nicht annehmen will und lieber die Zweitplatzierte Ann Sophie nach Wien fahren lassen will, sagte Kümmert den Satz: „Ich bin nur ein kleiner Sänger.“* Das wurde schnell von Buhrufen aus dem Publikum und der allgemeinen Ratlosigkeit überlagert, aber vielleicht ist dieser Satz wirklich ein Schlüssel zur Erklärung der ganzen Widersprüchlichkeit des Phänomens Andreas Kümmert. Dass da jemand ist, dem gewaltige Sympathien des Publikums zufliegen, weil er spürbar nur ein großer kleiner Sänger ist und das sein will – aber die großen Bühnen, auf denen er deshalb steht, weil das so attraktiv ist, und das öffentliche Interesse, von dem er scheinbar profitiert, es ihm unmöglich machen, genau das zu bleiben.

Geschichte der Zensur – Karikatur von 1847, “Die gute Presse”

Ein interessanter Artikel der aus gegebenem Anlass in Erinnerung zu rufen ist.
Danke an K.W. für den Hinwies…

Nicht vergessen: das Bild stammt von 1847! 168 jahre später – abgesehen vom Stil – noch / wieder sehr aktuell. Hier die Bilderklärung gem. wikipedia:

In der Karikatur Die gute Presse von 1847 aus unbekannter Feder steht der Krebs für Rückschritt, der Spiegel des Krebses für die Rückwärtsgewandtheit, der Maulwurf für Blindheit, Kerzenlöscher für Dunkelheit, die Schere und Stift für Zensur, die Rute für Drangsal, die Augen für Überwachung, die Kinder für die bevormundete Presse, der Schafskopfspolizist für die Dummheit der Staatsmacht und der Spitz für die Spitzelei.

  • Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Zensur
  • dort auch das Bild

idea: Christlicher Lebensrechtler diskriminiert (München)

Scharfe Kritik an einer Medienkampagne gegen den christlichen Lebensrechtler und Politiker der Ökologisch Demokratische Partei (ödp) Markus Hollemann hat die Initiative „FaireMedien-aktiv“ geübt. Der 42-Jährige hatte sich um die Leitung des Referates für Gesundheit und Umwelt in der Münchner Stadtverwaltung beworben.

  • Quelle: http://www.idea.de/nachrichten/detail/politik/detail/medienkampagne-christlicher-lebensrechtler-diskriminiert-89698.html

Aus dem Theoblog von Ron Kubsch: Das freie Wort in der Predigt

  • Quelle: http://theoblog.de/das-freie-wort-in-der-predigt/24770/

Die Bremische Bürgerschaft hat sich vergangenen Mittwoch frenetisch von dem evangelikalen Pastor Olaf Latzel distanziert, der sich in seiner Predigt auf kritische Bemerkungen zu anderen Religionen eingelassen hatte. Die rot-grüne Koalition und die Linke verabschiedeten sogar gemeinsam eine Resolution mit dem Titel „Bremen ist bunt: Gegen Hasspredigten und Diskriminierung von der Kanzel“. In der Entschließung, die von der Fraktion der Linken eingebracht wurde, beanstandet das Bremer Landesparlament Latzels „aufwiegelnde und herabwürdigende Predigt“.

Soll also das Parlament darüber entscheiden, was Pastoren auf der Kanzel verkündigen? Hatten wir die Einschränkung des freien Wortes nicht schon mehrfach in der jüngeren deutschen Geschichte? Muss eine pluralistische Gesellschaft nicht solche Predigten aushalten, auch dann, wenn sie nicht mit allen Aussagen des Predigers einverstanden ist? Nachfolgend gebe ich mit freundlicher Genehmigung einen Kurzkommentar von Ulrich Parzany wieder:

Das freie Wort in der Predigt

Das Landesparlament von Bremen hat mehrheitlich beschlossen, dass es sich davon distanziert, wenn ein Pastor seiner Gemeinde die Gültigkeit des Ersten Gebotes predigt: „Ich bin der HERR, dein Gott; du sollst keine anderen Götter haben neben mir“ (2Mose 20,2f). Wer das tut, dem wirft die Bremische Bürgerschaft vor, „unter dem Deckmantel von Predigt und Schriftauslegung Hass gegen Anders- und Nichtgläubige zu verbreiten“. Die Kommunisten haben ja in ihren Systemen den Kirchen immer Vorschriften gemacht. Aber dass ein solcher Antrag auch von SPD und Grünen unterstützt wird, lässt aufhorchen. Sie können sich leider der Unterstützung kirchlicher Amtsträger gewiss sein. „Die Bremische Bürgerschaft begrüßt die Distanzierung der Bremischen Evangelischen Kirche und der Beschäftigten gegen die aufwiegelnde und herabwürdigende Predigt von Pastor Olaf Latzel. Die Äußerungen in der Predigt vom 18. Januar 2015 sind absolut indiskutabel.“ Dass ein Parlament beschließt, was wir diskutieren sollen oder nicht, ist allerdings ziemlich unverschämt. Da mein Bruder Olaf Latzel in seiner Predigt ein paar rotzige Wörter benutzt hat, wird man sich wahrscheinlich auch weiter von ihm vornehm distanzieren. Ich jedenfalls jetzt erst recht nicht. Begreift Ihr denn nicht, dass es hier tatsächlich um das Erste Gebot geht? „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“